Studienaufbau an niederländischen Hochschulen

Der Studienaufbau an niederländischen Hochschulen überzeugt mit einem gut durchdachten Konzept und hoher Qualität bei der Ausbildung.

Universitäten und Fachhochschulen – die Struktur gleicht Deutschland

Was in Deutschland Universitäten und Fachhochschulen sind, sind in den Niederlanden Universiteiten und Hogescholen. Ähnlich klingt nicht nur der Name, sondern die Ausrichtung ist ebenfalls vergleichbar: die wissenschaftliche Ausbildung findet an den Universiteiten statt, die berufsbezogene an den Hogescholen.

Die universitäre, wissenschaftliche Ausbildung wird wetenschappelijk onderwijs, kurz WO genannt. Das Studium an den Fachhochschulen heißt hoger beroepsonderwijs (hbo), also „höhere“ Berufsausbildung. Die Universität legt ihren Fokus auf Forschung und Theorie, Fachhochschulen bereiten hingegen auf den direkten Berufseinstieg vor. Der Studienplan umfasst daher für ein Studium an der Fachhochschule ein integriertes Praktikum von mindestens sechs Monaten und Gruppenprojekte in Kooperation mit Unternehmen. An Universitäten dagegen ist ein Praktikum bei den meisten Studiengängen kein Muss, kann allerdings in den Studienplan aufgenommen werden.  

Fachhochschulen in den Niederlanden bieten neben klassischen Studiengängen wie BWL, Informatik oder soziale Arbeit auch sogenannte „studierbare Berufe“, wie Physiotherapie und Logopädie, an.

An Voll-Universitäten kannst du aus dem gesamten Spektrum an Disziplinen wählen: Kultur- und Gesellschaftswissenschaften, Medizin und Gesundheit oder auch Wirtschaft und Management. Technische Universitäten sind auf Ingenieur- und Naturwissenschaften spezialisiert.

Welche Universiteiten und Hogescholen gibt es? Informiere dich hier:

Gleiche Bewertung von Studienleistungen - ECTS

Erbrachte Studienleistungen werden in studiepunten (Studienpunkte), auch Credits genannt, gemessen. Grundlage hierfür ist das „Europäische System zur Anrechnung, Übertragung und Akkumulierung von Studienleistungen“ (ECTS). Unter www.eu-bildungspolitik.de findest du weitere Informationen zum ECTS. Das System der Credits ist in ganz Europa eingeführt und ist dann wichtig, wenn du beispielsweise mit einem Wechsel nach Deutschland liebäugelst. Anhand deiner erreichten Credits wird entschieden, ob du an einer anderen Hochschule zum Studium zugelassen wirst.

Studienaufbau in den Niederlanden – Wo liegen die Unterschiede zum deutschen System?

Beginn des Studiums

Mit einem Blick auf die Studiendauer wird deutlich, dass das Studium in den Niederlanden anders aufgebaut ist als in Deutschland. Das niederländische akademische Jahr beginnt immer am 01.09. und endet am 31.08. Das Studium kann demnach immer zum September hin aufgenommen werden, in den seltensten Fällen dagegen auch zum Frühling.

Regelstudienzeit

Die Regelstudienzeit beträgt drei Jahre für ein Bachelor-Studium an den Universiteiten und vier Jahre an den Hogescholen. Darauf aufbauend kann ein ein- bis zweijähriges Master-Studium absolviert werden. Besonders qualifizierte Studierende haben anschließend die Möglichkeit, einen Doktortitel an einer Universität zu erwerben.

Das akademische Jahr / Studienverlauf

Ein weiterer Unterschied beim Studienaufbau zu Deutschland: Das akademische Jahr in Holland ist weder in Semester noch in Trimester unterteilt, sondern zählt als gesamtes Jahr. Das heißt, dass auch der ganze Aufbau des Studiums darauf ausgerichtet ist. Das einzelne akademische Jahr wird unterteilt in vier Quartale. Jedes Quartal beginnt mit einer Phase, in der Vorlesungen und Kurse belegt werden. Daran anschließend folgt eine 2-3 wöchige Prüfungsphase. Dieser Rhythmus wiederholt sich vier Mal.

Zu Beginn des Studiums erhältst du eine Art Studienplan für das gesamte kommende Jahr, mit allen Kursen und Veranstaltungen, die du belegen musst. Lange Winter- und Sommersemesterferien wie in Deutschland kennt man in den Niederlanden nicht. Natürlich hast du in der Weihnachtszeit frei und eine Woche im Mai – die sogenannte Maivakantie – eine längere Auszeit von ca. acht Wochen ist indes nur im Juli/Augst vorgesehen.

Die Propedeuse

Fester Bestandteil des Studiums in den Niederlanden ist die Propedeuse. Die Propedeuse bezeichnet das erfolgreiche Absolvieren des ersten Studienjahres. Damit ähnelt sie dem früheren deutschen Grundstudium oder einer Zwischenprüfung. Sowohl Universiteiten als auch die Hogescholen kennen die Propedeuse. Im Übrigen berechtigt dich die Propedeuse, wenn du sie an  einer Fachhochschule erlangt hast, automatisch zum Studium an den Universiteiten.  

Unterrichtsgestaltung

Groß geschrieben wird in den Niederlanden das „problemorientierte Lernen“ – das Problem Based Learning (PBS). Das heißt, dass du als Student Fragen und Aufgaben bearbeitest, die direkt aus der Praxis kommen. In kleinen Gruppen erarbeitest du Lösungen, die als gemeinsames Projekt deinen Professoren präsentiert werden.

Das Selbststudium macht ebenfalls einen großen Teil deines Tagesablaufs aus. Damit du gut vorbereitet für Diskussionsrunden und Gruppenarbeiten bist, musst du dir viel Wissen zu Hause aneignen. Studierende in den Niederlanden müssen sich dementsprechend strikter an die festgelegten Studienpläne ihrer Universiteit oder Hogeschool halten, Studierende an deutschen Hochschulen sind in der Gestaltung ihres Studiums in der Regel freier und können sich Vorlesungen und Kurse selbst einteilen.  

Qualität der Lehre

Diese Verschulung sagt aber nichts über die Qualität der Lehre aus. Ganz im Gegenteil: Niederländische Hochschulen belegen regelmäßig bei internationalen Hochschulrankings vordere Plätze.

Fazit – gut geplant ist halb studiert

An welcher Hochschulform du dein Studium aufnimmst, bleibt deine persönliche Entscheidung. Die erwähnten Stundenpläne geben dir darüber Aufschluss, was dich im Studium erwartet und bieten somit eine gute Orientierung. Nutze die zahlreichen Tage der offenen Tür oder besuche eine Studienwahlmesse, um dir ein Bild von den Hochschulen zu machen – so wird dein Studium garantiert erfolgreich!

Vielleicht auch Interessant?

Hochschulen

Bachelorsuche