Karriere in den Niederlanden

Du überlegst, dein Karriereglück in den Niederlanden zu versuchen? Dann aufgepasst: Die Niederlande haben wesentlich mehr zu bieten als Tulpen und Windmühlen. Entgegen dieser Klischees stellen wir dir hier u.a. die derzeit wichtigsten Branchen, die Lage des Arbeitsmarktes und mögliche berufliche Perspektiven für ausländische Arbeitnehmer vor.

Innovative Branchen der Niederlande

Obwohl der Landwirtschaftssektor in den letzten Jahren stark geschrumpft ist, nehmen die Niederlande nach wie vor einen hohen Rang als Agrar-Exporteur ein. Verschickt werden insbesondere Fleisch und Gemüse sowie Pflanzen- und Milchprodukte. Als wichtigste Abnehmer gelten Frankreich, England und Deutschland, die auch aufgrund der Innovationen auf dem Gebiet der Energiegewinnung großes Interesse an den Niederlanden zeigen. So ist unser Nachbarland für seine Bestrebungen hinsichtlich alternativer Energiegewinnung bekannt, bei der zahlreiche Landwirte danach streben, sich durch Biogas oder Windkraft auf dem Markt zu behaupten. Diese allein stellen zwar noch keine verlässliche Einnahmequelle dar, gelten langfristig jedoch als innovative Zukunftspläne.

Mit dem kaufmännischen Dienstleistungssektor ist hingegen die Zahl der Arbeitsplätze vor allem bei Banken, Versicherungen, Kanzleien und Transportbetrieben in den letzten Jahren sehr rasch gewachsen. Hier bietet sich Arbeitnehmern ein reichhaltiges Angebot, u.a. auch in der Telekommunikations-, Arbeitsvermittlungs-, Gesundheits- und Tourismusbranche. Mit dem Rotterdamer Hafen und dem Flughafen Schiphol gelten die Niederlande zudem als wichtige Drehscheibe für den Transport von Gütern und Waren in- und außerhalb Europas. Die Logistikbranche macht so mittlerweile einen stolzen Anteil von 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus.

Stimmung auf dem niederländischen Arbeitsmarkt und Jobchancen

Das genannte Hoch im Dienstleistungssektor ist allerdings durchaus mit Vorsicht zu genießen: Die meisten der neu entstandenen Arbeitsplätze stellen Teilzeitjobs und flexible Arbeitsplätze dar, die häufig auf ein Jahr befristet sind. Vollzeitstellen sind hingegen in den letzten Jahren „nur“ um ein Drittel gewachsen. Trotzdem gelten die Niederlande als Musterbeispiel gelungener Arbeitsmarktpolitik: Die Arbeitslosenquote lag im März 2008 bei gerade mal 2,8 %. Das Verhältnis von Lebenshaltungskosten zum Einkommen liegt demnach etwa auf dem Niveau Deutschlands und weist eine Erwerbsquote vor, die ca. 25 Prozent über dem EU-Durchschnitt liegt. Wer auf der Suche nach einem Job ist, findet dabei insbesondere in staatlichen Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen neue Stellen. Zudem bedingt der derzeitige „Engpass auf dem Arbeitsmarkt“ einen strukturellen Fachkräftemangel, bei dem es vor allem in technischen Berufen an fachkundigen Arbeitskräften mangelt. Die Jobchancen in den Niederlanden sind somit vor allem in diesen Bereichen sehr vielversprechend – auch für ausländische Arbeitnehmer.

Arbeitskonditionen in den Niederlanden

Arbeitserlaubnis

Als EU-Bürger kann man auch ohne Arbeitserlaubnis sofort eine Arbeit in den Niederlanden aufnehmen. Nicht-EU-Bürger müssen hingegen zunächst eine Aufenthaltsgenehmigung (MVV) bei der Botschaft oder einem Konsulat beantragen, ehe eine Arbeitserlaubnis für einen bestimmten Arbeitgeber ausgestellt werden kann.

Lebenshaltungskosten

Insgesamt sind die Lebenshaltungskosten in den Niederlanden seit der Einführung des Euros stark gestiegen, wobei die Gehälter in etwa dem europäischen Durchschnitt entsprechen. Das Bruttoeinkommen fällt demnach zwar häufig ein wenig geringer aus als in Deutschland, gleicht sich dank niedriger Steuern und Sozialabgaben jedoch beim Netto wieder aus.

Lohn

Wie in anderen Ländern auch ist die Höhe des Lohns regional bedingt: Utrecht verzeichnet so im Landesdurchschnitt den höchsten Satz, während in Provinzen wie Groningen und Friesland Arbeitnehmer relativ wenig verdienen. Während das Thema in Deutschland noch diskutiert wird, gilt für Beschäftigte von mindestens 23 Jahren zudem ein Mindestlohn von 1317 Euro. Andere Faktoren verhalten sich in etwa so wie in Deutschland: Die Gehaltsauszahlung erfolgt üblicherweise am Ende des jeweiligen Monats.

Arbeitszeit

Die Gesetzgebung gibt maximal 9 Stunden tägliche Arbeitszeit vor, wobei jährlich insgesamt nur 2080 Stunden gearbeitet werden darf. Die durchschnittliche Arbeitszeit pro Arbeitswoche (Montag bis Freitag) beträgt somit ca. 40 Stunden. Weiterhin stehen Arbeitnehmern durchschnittlich 20 Urlaubstage im Jahr zur Verfügung.

Vielleicht auch Interessant?

Hochschulen

Bachelorsuche